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Eingliederung von Migranten...

...in den Arbeitsmarkt: Neues Instrument soll Kompetenzen schneller sichtbar machen - Zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen hat die EU-Kommission hat heute (Dienstag) ein neues Instrument vorgestellt, das Kompetenzen und Qualifikationen von Drittstaatsangehörigen darstellen und ihnen den Weg in den Arbeitsmarkt leichter machen soll. Konkret handelt es sich um einen Off-/Online-Webeditor, der es Drittstaatsangehörigen ermöglicht, ihre Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen so darzustellen, dass sie EU-weit für Arbeitgeber, Bildungsanbieter und Organisationen, die mit Migranten arbeiten, gut verständlich sind. Das Kompetenzprofil-Instrument soll es Aufnahmezentren und öffentlichen Arbeitsverwaltungen ermöglichen, den betreffenden Menschen bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen zu helfen und ihnen Orientierungshilfe zu Bildung oder Beschäftigung anzubieten.

(20.06.2017) - Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin, Marianne Thyssen, erklärte dazu: „In der heutigen Arbeitswelt muss jeder seine Kompetenzen auf unseren Arbeitsmärkten uneingeschränkt einsetzen können. Die Fähigkeiten von Drittstaatsangehörigen dürfen nicht ungenutzt bleiben. Unser Kompetenzprofil-Instrument wird ihnen den Weg zur Arbeit ebnen. Es wird zudem den nationalen Behörden ermöglichen, sich ein genaues Bild von ihren Kompetenzen und Qualifikationen zu machen, sodass die Verwaltungen Problemen begegnen und Möglichkeiten für die Eingliederung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und anderen Migranten in den Arbeitsmarkt ausloten können. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten.“

Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, ergänzte: „Die Migranten kommen mit ihren Erfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen zu uns, die für unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften eine echte Bereicherung sein können. Investitionen in eine frühzeitige Eingliederung in den Arbeitsmarkt sind daher äußerst wichtig. Einer erfolgreichen Integration kommt eine zentrale Rolle zu, wenn die Migration zu einer Chance für alle Beteiligten werden soll. Unser Kompetenzprofil wird für neu angekommene Drittstaatsangehörige den Weg in die Beschäftigung verkürzen, indem es ihre persönlichen Kompetenzen klar darstellt.“

Hintergrund

Mit dem Instrument soll das Ungleichgewicht zwischen Kompetenzen und Arbeitsplatzangebot für Drittstaatsangehörige behoben werden. Zielgruppe sind sowohl Drittstaatsangehörige mit einem hohen Bildungsniveau – die möglicherweise Hilfe bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen brauchen –, als auch Drittstaatsangehörige mit einem niedrigem Bildungsniveau, die weitergebildet werden müssen, um die auf unserem Arbeitsmarkt geforderten Kompetenzen zu erwerben.

Außerdem hemmen die mangelnden Kenntnisse einiger Drittstaatsangehöriger in der/den Sprache/n des Aufnahmelandes ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Das Instrument wird bei der Identifizierung dieser Lücken helfen. Es ergänzt andere Tools zur Gewährleistung der Transparenz von Kompetenzen, wie den Europass und den Europäischen Qualifikationsrahmen, die beide im Rahmen der neuen Agenda für Kompetenzen überarbeitet worden sind, um den Arbeitgebern, Bildungsanbietern und zuständigen Behörden die Möglichkeit zu geben, nationale Qualifikationen auf EU-Ebene und auf internationaler Ebene miteinander zu vergleichen.

Das Kompetenzprofil-Instrument der EU steht auch in Einklang mit dem Aktionsplan der Europäischen Kommission für die Integration von Drittstaatsangehörigen, der ebenfalls vor einem Jahr auf den Weg gebracht wurde, um die Mitgliedstaaten bei der Integration der 20 Millionen Drittstaatsangehörigen, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten, zu unterstützen. Die Kommission hat seitdem verschiedene Initiativen für eine verbesserte Eingliederung von Drittstaatsangehörigen in den Arbeitsmarkt ergriffen, zuletzt die Initiative „Arbeitgeber gemeinsam für Integration“, mit der die Bemühungen von Arbeitgebern zur Unterstützung der Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten gefördert werden.

Zum heutigen Start des Kompetenzprofil-Instruments besuchte die Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, Marianne Thyssen, ein Aufnahmezentrum für Asylbewerber der Föderalen Agentur für die Aufnahme von Asylbewerbern (Fedasil) in Brüssel. Hier konnte sie sich persönlich ein Bild davon machen, wie Sozialarbeiter und -betreuer das Instrument zur Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden einsetzen können, um sie bei ihrem Integrationsprozess zu begleiten. Dieser Besuch kann auf EbS verfolgt werden. Außerdem finden in Brüssel eine Auftaktveranstaltung und eine Networking-KonferenzAuftaktveranstaltung und eine Networking-Konferenz statt.

Weitere Informationen:

MEMO: Fragen und Antworten zu dem Kompetenzprofil-Instrument der EU für Drittstaatsangehörige

Kompetenzprofil-Instrument der EU für Drittstaatsangehörige

Auftaktveranstaltung für das Kompetenzprofil-Instrument der EU

Zehn Maßnahmen zur Verbesserung der Kompetenzen der Menschen in Europa

Neue europäische Kompetenzagenda

Aktionsplan für die Integration von Drittstaatsangehörigen